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SC  Paderborn 07 vs. VFL Wolfsburg 2:1 (1:1)
Montag, 25. Mai 2026, 20.30 Uhr
Zuschauer: 15.000

Für uns war das gesamte Wochenende geprägt vom anstehenden Relegationsrückspiel am Montag. Bereits am Samstag reisten drei Brüder aus der Schweiz an. Wieder einmal vielen Dank für euren Besuch – absolut beeindruckend, wie sehr ihr uns und unseren Verein gerade in den letzten wichtigen Wochen supportet habt!

Den Samstag und Sonntag schlugen wir uns also gemeinsam bei traumhaftem Wetter um die Ohren. Dabei wurden lokale Schützenfeste und Sportfeste besucht, das ein oder andere Bier getrunken und sehr viel vom anstehenden Spiel am Montag geträumt.

Dann war endlich der Tag gekommen. Nachdem man sich am Donnerstag im Relegationshinspiel mit 0:0 von VW getrennt hatte, gingen viele Paderborner noch ein gutes Stück zuversichtlicher in diesen Tag. Für uns war heute eines klar: Wir müssen alle dran glauben – und genau das muss die Mannschaft spüren!

Gegen 13:00 Uhr trafen wir uns zunächst am Domplatz, um vorbildlich katholisch noch um Gottes Segen zu bitten und eine Kerze im Dom anzuzünden.

Anschließend folgten wir dem Aufruf der Südtribüne und machten uns um 13:30 Uhr auf den Weg zum Kamp, wo zum Vortreffen und anschließendem Fanmarsch geladen wurde. Schon bei der Ankunft merkte man: Hier liegt irgendwas Magisches in der Luft. Banger wie „Oh wie ist das schön“ und unser Stadtlied hallen durch die Gassen, alle sind gut drauf, irgendwelche Rentner rennen mit Rauchfackeln durch die Straße – völlig irre, aber genau richtig. Egal wie das Spiel endet: Dieser Tag wird unvergessen bleiben.

Wir stimmten uns also bei guter Musik, Bier und Sonnenschein ein. Der Platz wurde von Stunde zu Stunde voller, und auch der Verein ließ es sich nicht nehmen, eine halbe Stunde Freibier auszugeben. Vielen Dank dafür!

Pünktlich um 17 Uhr startete dann der Fanmarsch Richtung Stadion. Rund 4000 Paderborner schlossen sich an – mehr als ordentlich, eher schon überragend. So ging es bei prallem Sonnenschein etwa eine Stunde Richtung Stadion. Viele nutzten die Gelegenheit, ihre Bauarbeiterbräune loszuwerden und von den ganz Unbelehrbaren wurde ordentlich Pyrotechnik gezündet.

Am Stadion angekommen wartete direkt das nächste Highlight: der Busempfang. Auch hier schlossen sich zahlreiche Paderborner an und die Mannschaft wurde schon vor dem Betreten des Stadions bis aufs Äußerste gepusht.

Danach ging es rein in die Wellblechhütte. Nachdem alles angeflaggt wurde, versuchte man sich vor Anpfiff noch schnell mit Getränken einzudecken. Die Mitarbeiter am Getränkestand wurden jedoch scheinbar aus irgendeiner deutschen Behörde ausgeliehen – anders ist die Geschwindigkeit der Getränkeausgabe nicht zu erklären. Entsprechend blieb gar nicht mehr so viel Zeit, bevor das Spiel angepfiffen wurde.

Das Kribbeln wurde größer, der Blutdruck ging hoch. Zum Einlaufen der Mannschaften wurden Block O und P in zahlreichen Bengalos getauft. Alles war angerichtet für eine magische Nacht.

Doch noch bevor man wirklich im Spiel angekommen war, stand es plötzlich 0:1 für VW. In dem Moment dachte vermutlich jeder Paderborner ganz kurz das Gleiche: Das war’s.

Aber unsere Mannschaft ließ sich davon nicht beeindrucken und kämpfte sich zurück ins Spiel. Spätestens als sich ein VW-Spieler in bester Einzeller-Manier schon in der 14. Minute Gelb-Rot abholte, explodierte das Stadion das erste Mal, sodass man fast das Gefühl hatte es wäre ein Tor gefallen. Plötzlich war die Hoffnung zurück, plötzlich sah jeder den Traum wieder vor sich.

Ab da war es ein anderes Spiel – und eine andere Stimmung. Unsere Mannschaft spielte Wolfsburg phasenweise förmlich an die Wand. Als Bilbija in der 39. Minute zum Ausgleich traf, brachen alle Dämme. Ein Jubel, wie man ihn im Stadion selten erlebt.

Auch in der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Druck, Chancen, Anrennen – aber der Ball wollte einfach nicht rein. Nach zwei Aluminiumtreffern - insbesondere der von Michel in der 92. Minute - und 18:1 Ecken ging es tatsächlich in die Verlängerung. Im Stadion hielt es kaum noch jemanden mehr auf seine Sitzen, die Stimmung war phasenweise überragend.

In der 100. Minute dann der Moment: Flanke Michel, Abschluss Curda – TOR! Die Ekstase kannte keine Grenzen mehr. Der Traum wurde Realität. Jetzt galt es nur noch, die letzten 20 Minuten zu überstehen.

Als wäre die Zeit nicht sowieso schon stehen geblieben und das Spiel dramatisch genug, fiel auch noch die Anzeigetafel aus – ab da war man endgültig im Blindflug unterwegs. Nach ein paar gefährlichen Wolfsburger Chancen kurz vor Schluss war es dann aber soweit: Abpfiff!

Der Sportclub steigt zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Bundesliga auf. Der 40-Millionen-Euro-Kader schlägt die 240-Millionen-Euro-Truppe. Kein Experte hatte uns auf dem Zettel, alle redeten bereits davon wie unfair die Relegation ist – wir hätten sowieso keine Chance. Doch wir haben es allen gezeigt!

Im Block kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Freudentränen, Fackeln, Feuerwerk außerhalb des Stadions – dieser Moment war einfach irre. Die Tore gingen auf, der Rasen wurde gestürmt… ab hier hat wahrscheinlich jeder seine ganz eigene Aufstiegsgeschichte…. Manche endeten erst am nächsten Morgen um 7 Uhr schlafend im Auto auf dem Parkplatz, so erzählt man sich…

Dieser Tag, dieses Spiel werden wohl jedem, der dabei war, für immer in Erinnerung bleiben. Es fällt schwer zu sagen, wie es noch dramatischer oder irgendwie „perfekter“ hätte laufen können. Genau dafür ist man Fußballfan.

Der Gästeblock machte in diesem Spiel einen soliden Eindruck. Alle in weiß und eine gute Mitmachquote wusste zu überzeugen. Großen Respekt für das „Gute Besserung, Marek“ Banner. Bei manchen Dingen rückt der Fußball in den Hintergrund…

Dies soll nun auch vorerst der letzte Bericht auf dieser Website sein. In Zukunft werden vorerst nur noch Fotos hochgeladen. Wir sehen uns in der nächsten Saison!

Black Blue Fighters 2006


Bilder zum Spieltag:

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